I am in love with the feminine energy
Vier Tage intensiver Arbeit mit der weiblichen Energie liegen hinter mir. Was mir in dieser Zeit bewusst geworden ist – Heilung braucht Zeit. Weiblichkeit ist langsam und entfaltet ihre volle Wirkungskraft nicht von heute auf morgen.
Die Stärke und Kraft der weiblichen Energie
Nachdem mir vor einigen Jahren bewusst geworden ist, dass meine körperlichen Erkrankungen in meiner Gebärmutter und meinen Brüsten in direkter Verbindung mit meiner Weiblichkeit und der femininen Energie stehen, wollte ich mich so schnell wie möglich heilen. Ich habe alles dafür getan, schnellstmöglich gesund zu werden. Es hat sich auch vieles zum Guten gewendet, aber manche Themen konnte ich noch nicht vollständig lösen. Jedes Symptom und jede Krankheit bringt die Chance mit sich, ihre Botschaft zu entschlüsseln um zu verstehen, was nicht in Einklang ist.
Ein weiteres Puzzlestück hat sich mir im 4-tägigen Red Temple Workshop auf meiner Heilungsreise der femininen Anteile gezeigt. Das Weibliche ist langsam und braucht ihre Zeit. Ein "durchpowern" steht mit den ureigenen Kräften der Weiblichkeit im Gegensatz. Mir ist klar geworden, dass ich mir mehr Zeit geben darf, dass die Heilung in der Langsamkeit liegt. Ja, es gibt definitiv auch schnelle Lösungen für einige Probleme, aber um alle Zwiebelschichten vollständig zu erkennen und zu heilen, braucht es seine Zeit.
Unser Alltag ist durch das männliche Yang-Prinzip geprägt und den meisten von uns fällt es verdammt schwer sich dem Yin und dem Weiblichen zuzuwenden. Für Ruhe- und Rückzugsphasen werden wir oft verurteilt. Ganz gleich ob es kritische Blicke oder Kommentare aus dem Außen sind, oder unsere eigenen Gedanken nicht produktiv zu sein etc. Es gab in der Vergangenheit gute Gründe, warum Frauen stark sein mussten, weshalb Frauen nicht die weibliche Energie leben konnten. Diese alten Prägungen sind noch heute in uns verankert. Zum einen über die energetischen Kräfte unseres Familiensystems zum anderen genetisch. Schließlich wurden wir bereits als Zelle in der Gebärmutter unserer Großmutter angelegt, als sie mit unserer Mutter schwanger war.
Aus meiner Sicht tragen wir als Frau zum einen Traumata über unsere weibliche Ahnenlinie in uns, als auch aus früheren Inkarnationen und natürlich unserem aktuellen Leben. Alle drei Bereiche können Ursachen für körperliche Symptome sein und Dysbalancen in der weiblichen Energie auslösen. Unser physischer und energetischer Körper speichert alle Erinnerungen ab. Ein Trauma kann ein bewusstes oder ein unbewusstes Ereignis sein. Während des Red Temple Workshops ist bei mir die Erinnerung an meine erste Gebärmutter-OP ins Bewusstsein gekommen. Ich habe mich zwar danach energetisch behandelt und dieses Ereignis hat in den letzten 6 Jahren keine Rolle gespielt, oder mich in irgendeiner Form gedanklich beschäftigt. Aber offensichtlich gab es hierzu noch eine weitere Schicht und Erinnerung, die mein System noch nicht verarbeitet hatte. Durch die verschiedenen Übungen während der vergangenen Tage, kam das Gefühl während einer Vollnarkose vollständig ausgeliefert zu sein, wieder an die Oberfläche. Die Gebärmutter ist ein so sensibler Bereich, der für mich in diesem Moment nicht mehr ausreichend geschützt war.
Das Yin und die Weiblichkeit ehren und nähren
Mir ist durchaus bewusst, dass es oftmals nicht möglich ist, sich mehrere Tage Auszeit in einem Retreat zu gönnen, aber die Yin-Energie kann auch im Alltag gestärkt werden. Jede bewusste Ausrichtung sorgt für mehr Balance, einen verbesserten Energiefluss. Dazu zählen auch schon die vermeintlich kleinen Dinge, wie sich auszuruhen. Insbesondere während unserer Blutung braucht der weibliche Körper mehr Schlaf, mehr Ruhe und einen Rückzug vom Alltagstrubel. Viele Frauen – und auch ich zähle mich in der Vergangenheit dazu – machen keinen Unterschied im Vergleich zu anderen Tagen im Zyklus, der Alltag wird genauso fortgeführt wie sonst auch. Körperliche Signale werden überhört, übergangen und unterdrückt, weil es uns ein Großteil der Gesellschaft so vorlebt. Wenn wir auf Dauer unsere Grenzen übergehen und im Yang, der männlichen Energie leben, schwächen wir uns selbst. Je mehr wir durch unseren Lebensstil die weibliche Energie außer Balance bringen, desto weniger Chancen haben bereits vorhandene energetische Schwächen im weiblichen Körper zu heilen. Folgen davon können starke Blutungen und Krämpfe sein, Myome oder Zysten, ein unerfüllter Kinderwunsch, aber auch Schamgefühle die in Verbindung mit der Sexualität und dem weiblichen Körper stehen etc.
Es gibt keine vollständige Liste, jeder Women Circle und Workshop mit Frauen, bei der die weibliche Energie im Mittelpunkt steht, zeigt mir immer wieder deutlich, wie breitgefächert die Themen dazu sind und welche Päckchen wir alle mit uns tragen.
Eine weibliche Energie, die geschwächt ist, führt dazu, dass wir nicht in unserer vollen Power und Kraft stehen. Sie lässt uns nicht das entfalten, was wir in uns tragen und bringt nicht unser volles Potential zum Vorschein.
Es lohnt sich so sehr, im Alltag langsamer zu werden und der weiblichen Yin-Energie mehr Aufmerksamkeit zu schenken und sie ganz bewusst zu nähren.

